rw - Datum: 26.05.2019

Paddeln auf Griechenlands Wildflüssen

Angedacht war es schon oft, aber dieses Jahr haben wir es auch umgesetzt: Paddeln zur Schneeschmelze in Griechenland. Bei solch logistisch aufwendigen Reisezielen (weite Anfahrt, Fähre) ist es immer eine Zitterpartie, ob dann auch die Pegel passen. Aber wir hatten Glück, es hat gepasst. Während unser normales langjähres Osterziel Korsika praktisch trocken lag, haben wir die Schneeschmelze in Griechenland gut erwischt. Anfangs waren die Nächte noch zu kalt, sodass die Flüsse im Norden Griechenlands noch nicht so recht von der Schmelze profitieren konnten, aber das änderte sich dann langsam im Laufe der Zeit.

Logistisch ist Griechenland für Paddler eine Herausforderung: Da ist zum Ersten die weite Anreise: viel Autofahrerei und auch die Fähre (für uns Ancona - Igouminitsa) dauert mit 18 Stunden Überfahrt eine gefühlte Ewigkeit. Dann die Umsetzerei auf Griechenland selbst: 30 km kann locker ein bis zwei Stunden Fahrerei auf unbefestigten Straßen bedeuten. Logistische Fehler darf man nicht machen, das kostet dann leicht einen Paddeltag.
Es ist schwer zu sagen mit wie vielen Leuten wir unterwegs waren: ein Kern von 4 Leuten in zwei Autos ist am Wochenende vor Ostern bei Igouminista von der Fähre gefahren, später kamen dann noch einige Paddler und Nichtpaddler per Flieger dazu. Das Material für sie haben wir im Auto mitgenommen, ebenso die Boote. Und eigentlich wollten wir uns noch mit 4 weiteren Paddlern aus Innsbruck an der Fähre treffen. Die konnten aber krankheitsbedingt erst einige Tage später anreisen. Und dann hat es noch etliche Tage gedauert bis wir dann zusammengetroffen sind: die direkten Wege waren wegen schneebedeckter Pässe unpassierbar, die Umwege unrealistisch weit.

Trotz dieser äußeren Widrigkeiten sind wir viel aufs Wasser gekommen, mit dabei waren etliche Traumflüsse. Außerdem war auch noch Zeit einige typischen Touristenattraktionen zu besuchen. Erstaunt hat uns, wie leer und unberührt weite Landstriche waren. Auf einem Lagerplatz am Aoos im Norden Griechenlands haben wir einen ganzen Tag kein einziges einheimischen Auto gesehen. Kein Wunder, dass dort noch Braunbären anzutreffen sind. Und trifft man doch mal Griechen, so sind sie super nett und hilfsbereit. So haben wir sie jedenfall kennengelernt.


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Acheron

Foto: rw