kk - 06.11.2018

Die Weser im November

Im Jahr des super heißen Sommers, dem Jahr der extrem vielen Sommertage (bis weit in den Oktober hinein!) und dem Jahr der extrem niedrigen Pegel, hatten wir die Idee, Anfang November noch einmal an die Weser zu fahren. Vom Rhein gab es im Internet interessante Bilder von freiliegenden Steinen, riesigen Kiesbänken und einer extrem schmalen Fahrrinne. Wie es wohl auf der Weser aussah? Die Weser war auch nicht so weit und so konnten wir die Weser als Tagesziel ins Auge fassen. Für viele waren die Temperaturen unterdessen doch etwas abschreckend, um im Zelt zu übernachten.
Sechs mutige MKClerinnen und MKCler machten sich also am frühen morgen auf den Weg nach Hannoversch Münden. Wir wollten von dort aus die ersten 28 km der Weser bis nach Gieselwerder zurücklegen. Beim Einsteigen unterhalb der letzten Fuldaschleuse am (bereits geschlossenen!) Campingplatz bei Hannoversch Münden war klar, der Pegel ist niedrig. Das Pegelhäuschen an der Werra bei Hann. Münden zeigte 74cm.

Was uns aber erstaunte, die Weser hatte noch immer eine relativ flotte Strömung und so dauerte die erste Treibepause von Kilometer 10 bis Kilometer 11 bei weitem nicht so lange, wie zunächst befürchtet. Allerdings waren wir ein wenig enttäuscht, die Fahrrinne ist wirklich sauber ausgebaggert und so waren weder Steine mitten im Fluss noch riesige Kiesbänke zu finden. Besser als ein Tag auf dem Sofa vor dem Fernseher war die Fahrt aber allemal. Gut, eine Mitfahrerin meinte, das ausgeliehene Wanderboot wäre ein Sofa im Vergleich zu ihrem Kanupoloboot. Also war es ein Tag auf dem Sofa auf dem Fluss.
Wir waren definitiv die Einzigen auf dem Fluss, abgesehen von vielen Enten, Graureihern und ein paar anderen Vögeln. Das Wetter blieb leider auch etwas hinter den Versprechungen der Meteorologen zurück und so kam uns unterwegs die warme Suppe recht, die Wibke für uns gekocht hatte. Selbstverständlich wurde an Bord gespeist. Zum Nachtisch gab es dann auch noch ein ordentliches Stück Kuchen. „Der hat nicht so viel Kalorien“, war die Aussage der edlen Spenderin. Nun, die Aussage war noch weniger richtig, als der berühmte Spruch „der beißt nicht, der will nur spielen“. Jedenfalls war mir nach der Essenspause wieder schön warm. Die restlichen Kilometer bis Gieselwerder waren dann schnell und entspannt zurückgelegt und ein schöner spätherbstlicher Paddeltag zu ende.


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Weser

Foto: kk